08.02.2010  11:37 Uhr

Interview der Woche
"Unsere Region ist die traditionelle Wiege der Spielzeugproduktion in Deutschland" - Interview mit Uwe Weiler, Geschäftsführer der SIMBA DICKIE GROUP

Mittelfranken. Die Fürther SIMBA DICKE GROUP vereinigt einige der bekanntesten Spielwarenhersteller Deutschlands unter einem Dach. Business on Mittelfranken sprach mit Geschäftsführer Uwe Weiler über neue Trends bei Spielwaren, die Gefahr die von Plagiaten ausgeht und sein persönliches Lieblingsspielzeug.

mittelfranken.
business-on.de:
Was unterscheidet den Geschäftsführer eines Spielzeugimperiums von Chefs anderer Unternehmen?

Uwe Weiler: Unter wirtschaftlichen Aspekten nichts. Das ist ein Business, wie jedes andere auch, denn auch hier gilt es, nachhaltige Wertsteigerungen zu erzielen.  Jedoch ist unser Geschäft emotionaler - schließlich haben wir es mit der besonderen Zielgruppe Kinder zu tun.

mittelfranken.business-on.de: Wie viele Produkte bieten Sie an?

Uwe Weiler: Wir haben rund 4.000 Produkte im Sortiment. Jede Marke deckt hierbei ein spezielles Segment ab. So stellen wir zum Beispiel unter dem Namen Simba größtenteils Mädchenartikel , Puppen und Babyartikel her, die Firma Dickie steht für Jungenartikel wie ferngesteuerte und mechanische Fahrzeuge , Nicotoy steht für Babyplüsch , Eichhorn für Holzspielzeug, Big für das Bobby-Car und Schuco für Modellautos, Noris für Kinder und Erwachsenenspiele und Smoby für Outdoor und Roleplay. Wir bieten tatsächlich alles an -  bis auf Videospiele. Unsere Stärken sind die zahlreichen Säulen, die wir uns in den vergangenen 25 Jahren aufgebaut haben.

mittelfranken.business-on.de: Was war Ihr Lieblingsspielzeug als Kind? Haben Sie auch heute ein Lieblingsspielzeug?

Uwe Weiler: Als Kind habe ich leidenschaftlich mit Matchboxautos gespielt. Heute spiele ich gerne Monopoly, leider zu selten!

mittelfranken.business-on.de: In welchen Ländern zeigen sich Eltern spendabel? Wo erzielen Sie die höchsten Umsätze?

Uwe Weiler: Die durchschnittlichen Ausgaben für Kinderspielzeug variieren in Europa sehr stark. In den Südländern wird prozentual pro Kopf für Spielzeug mehr ausgegeben als in den Nordländern. Deswegen sind wir zum Beispiel in Frankreich, Spanien und Italien sehr stark vertreten.

mittelfranken.business-on.de: Wie spüren Sie neue Trends auf?

Uwe Weiler: Dafür haben wir zum einen unsere internen und externen Designer und Produktmanager, zum anderen besuchen wir Messen, sprechen mit Einkäufern und halten stets Augen und Ohren offen. Ebenso wichtig ist es, aktuelle Lizenzprodukte im Sortiment zu führen. Das ist ein sehr sensibles Geschäft, denn man muss hier schon lange im Voraus erkennen, was zu einem Verkaufshit werden kann.

mittelfranken.business-on.de: Welche Rolle spielen heute nachhaltige Materialien bei der Herstellung von Spielzeugen? Ist Holz-Spielzeug von Eichhorn im Trend?

Uwe Weiler: Der respektvolle Umgang mit Ressourcen ist immer ein wichtiges Thema. Wir waren einer der ersten Hersteller, der seine Produkte FSC-zertifizieren ließ. In Summe hat Holzspielzeug in den vergangenen Jahren an Zuspruch gewonnen. Inzwischen erzielen wir etwa 5 Prozent unseres Umsatzes mit Holzspielzeug.

mittelfranken.business-on.de: Welche Bedeutung hat der Standort Fürth für Ihr international aufgestelltes Unternehmen?

Uwe Weiler: Unsere Region ist die traditionelle Wiege der Spielzeugproduktion in Deutschland. Fürth liegt sehr zentral und unser Standort ist der Thinktank unseres Unternehmens. Hier entstehen die Strategien für das Geschäft von morgen.

mittelfranken.business-on.de: Welche Rolle spielen Plagiate?

Uwe Weiler: Wir sind rechtlich gut aufgestellt und gegen die, die unsere Markenrechte verletzen, gehen wir rigoros vor.

mittelfranken.business-on.de: Wie wird „Malen nach Zahlen“ angenommen? Das existierte ja bereits in den 1970er Jahren.

Uwe Weiler: Unser „Malen nach Zahlen“ Sortiment der Firma Schipper hat sich aufgrund der tollen Motivauswahl und der Spitzenqualität einen festen Platz im Handel gesichert. Unser neuester Coup: Sie können Ihr eigenes Foto an uns schicken, welches wir in eine Motivvorlage für „Malen nach Zahlen“ transferieren. So können Sie „Ihre Liebsten“ sogar selbst malen.

mittelfranken.business-on.de: Wie lauten Ihre mittelfristigen Ziele? Wohin steuert die Simba Dickie Group?

Uwe Weiler: Wir verfolgen eine klare Wachstumsstrategie, die uns in allen unseren Märkten mittelfristig unter die Top 5 Spielwarenlieferanten führt, idealerweise natürlich aufs Podest. Ein weiteres nachhaltiges Ziel ist es, unser Unternehmen langfristig zu stärken, damit die Arbeitsplätze in den betreffenden Regionen gesichert werden.


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © SIMBA DICKIE GROUP Pressnet

 


 

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