30.06.2009  15:07 Uhr

Konsumforschung
GfK-Tagung: Konsumperspektiven bis zum Jahr 2020

Mittelfranken. Wie sieht unsere Gesellschaft im Jahr 2020 aus? Wie konsumieren die Menschen in zehn bis 15 Jahren? Worauf muss sich der Handel einstellen? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigte sich die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auf ihrer 59. Tagung zu den Konsumperspektiven für Hersteller, Handel und Verbraucher bis zum Jahr 2020.

Zum 75-jährigen Bestehen der GfK blickten Experten im Rahmen der Tagung, die vergangenen Freitag von rund 550 Marketingexperten aus dem In- und Ausland besucht wurde, in die Zukunft der Märkte und des Konsums. So berichtete etwa Dr. Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung in seinem Vortrag über die künftige demografische Entwicklung in Europa. Den Prognosen zufolge wird es bis Mitte des Jahrhunderts rund 50 Millionen weniger Europäer geben. Seit Mitte der 1970er Jahre gehen in Europa die Geburtenraten deutlich zurück. Da sich die Zuwanderung ungefähr in der gleichen Größenordnung bewegen wird, bleibt die Gesamtbevölkerung dabei zwar in etwa gleich groß, sie wird jedoch deutlich älter sein.

Der demografische Wandel vollzieht sich dabei auf nationaler, vor allem aber auf regionaler Ebene höchst unterschiedlich. Wirtschaftlich erfolgreiche Gebiete wie die skandinavischen Hauptstadtregionen, die Niederlande oder die Schweiz, können mit starkem Bevölkerungswachstum rechnen, in den peripheren Gebieten Mittel- und Osteuropas sind dagegen starke Bevölkerungsverluste zu erwarten. Auf den privaten Konsum werden diese Entwicklungen großen Einfluss haben. Dieser wird in Zukunft weniger von der reinen Anzahl an Konsumenten bestimmt, sondern weit mehr von deren Eigenschaften und Einstellungen – so haben ältere Menschen generell andere Konsumgewohnheiten als jüngere. Diese Unterschiede im Konsumverhalten sind bisher wenig untersucht, genauso die Lebens- und Konsumgewohnheiten der Migranten, die langfristig in den Zuwanderungsgebieten bleiben und dort zu immer wichtigeren Konsumenten werden.

Das Thema Konsum der Zukunft wurde im Rahmen der Tagung noch von weiteren Referenten bearbeitet. So sprach etwa Dr. Eberhard Stegner, Marketing Direktor der Gfk GeoMarketing, über die Kaufkraft künftiger Verbrauchergeneration im Jahr 2020, Friedrich Fleischmann, Head of International Retail Services der GfK Retail und Technology, ging der Frage nach, wie schnell und grundlegend sich die Produkte in den letzten zehn Jahren im klassischen technischen Gebrauchsgütermarkt verändert haben und Franz Tessun von Future Thinking & Training zeigte in seinem Vortrag anhand von fünf Szenarien, wie sich der Handel in den kommenden Jahren entwickeln könnte.

Die wichtigste Feststellung der diesjährigen GfK-Tagung ist: Anhand des heutigen Verhaltens und bereits einsetzender Entwicklungen lassen sich künftige Verhaltensweisen zwar skizzieren, aber die Zukunft bleibt nicht vorhersehbar.



 

(Redaktion)

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